soeben eine empfangsbestätigung bekommen. da fragt sich keiner mehr, warum ich mich aufrege, oder?:

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aus einem e-mail-wechsel (kurz zur erklärung: nach einem wochenende voller überraschungen – und das ist milde ausgedrückt – hat sich heute jemand bei mir gemeldet, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte):

ich: „jetzt schreibt auch noch j., dass er sein billard-queue vermisst.“
maria: „war „billard-queue“ ein kosename für dich?“

richtig zusammengebrochen vor lachen bin ich, als sich rausstellte, dass sie die frage tatsächlich ernst meinte. (zitat: „naja, sonst verstehe ich es nicht!“)


michael stein ist tot.

den meisten wird das jetzt nichts sagen. wer sich jedoch ein bißchen für die berliner lesebühnen interessiert, wird ihn irgendwann sicher einmal erlebt haben – und dass das dann tatsächlich ein erlebnis war, dafür möcht ich meine hand ins feuer legen.

ich hab ihn nicht persönlich gekannt, nur oft erlebt, möchte mir daher gar nicht anmaßen, mehr über ihn zu schreiben. das können andere besser und haben es auch getan. sehr traurige,  jedoch ebenso gute texte zum tod von michael stein finden sich hier:

nachruf von bov bjerg
robert weber zum tod von michael stein
falko hennigs nachruf in der berliner zeitung
volker strübing, „lieber michael,“

nachtrag: eine sache habe ich noch vergessen. bov bjerg schreibt: „Ich glaube, er war bei den Kollegen beliebter als im Publikum.“
ich war publikum. ich mochte ihn. ich glaube, ich mochte ihn besonders, weil ich das gefühl hatte, dass es ihm egal war, ob er gemocht wurde.

* zitat von stein. ich habe die überschrift bei volker geklaut, weil das zitat meiner lieblingsstory von stein entstammt.



abends, 18.30 uhr, raucherpause vor der tür bereits in der überstundenzeit. ich – sichtlich angenervt. wichtiger kollege in chefposition – gut gelaunt und entspannt.

wichtiger kollege, grinsend: „wenn du keinen bock auf überstunden hast, warum machst du eigentlich die arbeiten nicht einfach in acht stunden?“
ich: „du möchtest unbedingt aufs maul oder?“

kannste auch nich mit jedem machen.


mal wieder ein video. das hier wurde mir, wie so oft, von maria mit dem so üblichen „hier, kiekste, findste geil“  nahe gebracht. und was soll ich sagen, die frau hat, wie so oft, recht.


in meiner firma geht es momentan zu wie in einer billig produzierten seifenoper – sucht euch zum vergleich eine aus, die besonders billig und schlecht geschrieben daher kommt.

ich war mir persönlich schon immer im klaren darüber, dass mein leben jedem uninspirierten drehbuchautoren eine helle freude wäre. aber offensichtlich habe ich mehr selbst schuld daran, als ich mir eingestehen mochte – überall, wo ich auftauche, verwandelt sich alles in ein meer aus intrigen, liebeskummer, affären, außerehelichem geschlechtsverkehr und kitschigen gefühlsausbrüchen, dass es eine wahre freude ist.

da knutscht eine nach zwei firmenfeierlichkeiten mit ihrem chef, trennt sich dann von ihrem freund, trauert eine woche, um dann mit dem chef ins bett zu gehen. nur, um eine woche später nicht wenig erstaunt den auftritt seines 3-jährigen sohnes samt kindsmutter in der firma gespannt zu verfolgen.

die nächste trifft überraschenderweise auf einer kölner schwulen- und lesbenparty eine gleichsam überraschte kollegin. beide beschließen, aus der not der entdeckten eine tugend zu machen, und eine kleine affäre unter kolleginnen hat noch jeden langweiligen arbeitsalltag aufgelockert.

ein anderer, der sich selbst für ein geschenk gottes an die frauenwelt hält, betrügt seine ahnungslose freundin mit einer, zwei, nein warte, drei kolleginnen. die natürlich auch nichts voneinander wissen. und kommt damit durch, muss man sich mal vorstellen! der kann auf jeden fall „organisationsfähigkeit“ im lebenslauf zu seinen soft skills schreiben. wenn auch sonst nicht viel.

und das sind nur die geschichten, die mir während meiner arbeitszeit zugetragen werden. von meinem privatleben darf ich gar nicht erst anfangen. sodom und gomorrha waren ein kindergeburtstag dagegen.
euch mag das nicht so spannend und dramatisch erscheinen – aber ihr solltet dabei sein und es euch anschauen. es ist ein traum.

offensichtlich sind auch alle der meinung, mir ihre geschichten erzählen zu sollen, wahrscheinlich weil ich es ausstrahle, mich mit solcherlei geschichten auszukennen. ich habe offensichtlich seifenoper-karma.


„when I was a boy I was told anybody could become president; i’m beginning to believe it.“

– clarence darrow 


gerade habe ich in alten nachrichten von einem kumpel an mich die beste zeile dieses liedes wieder gefunden:

„lieber ne flasche bier als freund, als ne flasche als freund“

großartig.


„o-kanjo kudasai“ – ist japanisch und heißt „die rechnung, bitte“.

der einzige satz japanisch, den ich kann. und ich bin sehr stolz drauf.